Wir trainieren das Gehirn
F+4 arbeitet mit vier Freiheiten. Jede Freiheit spricht eine typische Gefangenschaft des Gehirns an.
Die erste Freiheit lautet: Frei von der Meinung anderer.
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er will gesehen, anerkannt und nicht ausgeschlossen werden. Das ist menschlich. Aber es kann unfrei machen. Dann fragen wir nicht mehr:
Was ist richtig? Wir fragen: Wie komme ich an?
Die zweite Freiheit lautet: Frei von meiner Meinung über andere.
Das Gehirn bildet schnell Bilder von Menschen und Gruppen. Es ordnet ein, vereinfacht, bewertet. Auch das spart Energie. Aber aus Erfahrung kann Vorurteil werden. Dann begegnen wir einem Menschen nicht mehr wirklich. Wir begegnen unserer alten Meinung über ihn.
Die dritte Freiheit lautet: Frei von meiner eigenen bisherigen Meinung.
Das ist besonders schwer. Denn an der eigenen Meinung hängen Selbstbild, Stolz, Erfahrung und manchmal eine ganze Biografie. Aber eine Meinung darf kein Gefängnis werden. Wer zukunftsfähig handeln will, muss sich von einer besseren Einsicht verändern lassen können.
Die vierte Freiheit lautet: Frei für Neues.
Das Neue verunsichert das Gehirn. Es stört Gewohnheiten, Denkordnungen und alte Sicherheiten. Deshalb wird es oft zu früh abgelehnt oder zu naiv gefeiert. Konkrethisch ist beides falsch. Frei für Neues heißt: offen genug sein, um neue
Möglichkeiten zu erkennen, und klar genug bleiben, um sie verantwortlich zu prüfen.
Diese vier Freiheiten programmieren das Gehirn
nicht im Sinne einer Fremdsteuerung.
Sie trainieren eine neue innere Reihenfolge:
Nicht Angst.
Nicht Kränkung.
Nicht Vorurteil.
Nicht Eitelkeit.
Nicht Gewohnheit.
Sondern Prüfung, Freiheit, Verantwortung und Machen.